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Steuern / Einkommensteuer 
Dienstag, 15.05.2018

Keine nachträgliche Änderung der Zuordnung von Darlehen zu den Anschaffungskosten bei einheitlicher Kaufpreiszahlung durch spätere Darlehensrückabwicklung mit anschließender Neufinanzierung

Dient ein Gebäude nicht nur der Erzielung von Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, sondern auch der Selbstnutzung und werden die Darlehensmittel anteilig sowohl zur Finanzierung des selbstgenutzten als auch des zur Erzielung von Vermietungseinkünften genutzten Gebäudeteils verwandt, so sind die für den Kredit entrichteten Zinsen auch nur anteilig als Werbungskosten abziehbar. Dies gilt auch bei späteren Umschuldungen der Darlehen. So entschied das Finanzgericht Köln (Az. 3 K 2048/16).

Die Kläger hatten Darlehen für die Finanzierung eines zu ca. 20 Prozent selbstgenutzten vermieteten Mehrfamilienhauses aufgenommen. Der eigengenutzte Teil sollte nur aus Eigenmitteln bezahlt werden, die Darlehen nur der Finanzierung des vermieteten Teils dienen. Weil aber die Darlehen auf das private Girokonto überwiesen und mit dem Konto alle Zahlungen getätigt wurden, hatte das FG Köln in einem früheren Urteil (Az. 3 K 1334/11) entschieden, dass die Darlehenszinsen nicht in voller Höhe, sondern nur anteilig als Werbungskosten geltend gemacht werden können. Da die Kläger aber das alte Darlehen zwischenzeitlich rückabgewickelt und stattdessen neue Darlehen aufgenommen hatten, waren sie der Ansicht, dass mit dem Wegfall des Darlehens auch die alte gemischte Überweisung hinfällig sei und die neuen Darlehen jetzt neu nur dem vermieteten Teil des Hauses zugeordnet und insgesamt als Werbungskosten geltend gemacht werden könnten. Das Finanzamt lehnte das ab.

Die dagegen erhobene Klage wies das Finanzgericht ab. Die einmal beim Kauf “fehlerhafte” Zusammenführung des privaten mit dem geliehenen Geld sei nun einmal tatsächlich erfolgt und könne nicht durch spätere veränderte Zuordnungen umgeschuldeter Darlehen geheilt werden.

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